Die NPD kopiert das Schäfchen-Plakat der SVP. Dergestalt Nachbarschaftshilfe schadet hoffentlich dem Ansehen der SVP, und verunsichert hoffentlich die etwaige «schweigende Mehrheit».
NDP kopiert SVP
Coop politisiert
Das Unternehmen namens «Coop», alleiniger Versorger, Ernährer und Vater unzähliger Fellachen, politisiert neuerdings gegen Zölle. In der NZZ am Sonntag plakatierte diese Unternehmung nämlich, dass die Politik umgehend die Zölle senken müsse, andernfalls müssen die Konsumenten den Aufschlag berappen.
Dass Unternehmungen politisieren, ist klar und gerechtfertigt, solange sie im geheimen und verborgenen operieren, aber dass sie nun offenkundig, bisweilen zu offenkundig politisieren, schmälert den Wert unsrer Demokratie. Selbstverständlich, unsere Demokratie regiert die Wirtschaft, aber will man den Fellachen vorgaukeln, sie hätten Meinungsfreiheit und Rechte, muss man ihnen versichern, dass die Wirtschaft keine besässe.
Skandal: Rechtspopulisten schröpfen den Steuerzahler
Skandal! Unzählige Rechtspopulisten, die treu und stalinistisch den «Steuerzahler» verteidigen, missbrauchen den Staat, also uns ehrliche Steuerzahler. Denn sie brausen allesamt mit ihren fetten Karren über unsere Strassen, die wir, also der Bund kaufkräftiger Steuerzahler, finanzierten. Und weiter, ihre Kinder pauken in unsren Schulen, die mit unsrem Geld aller Steuerzahler gebaut wurden, und – noch skandalöser – sie lassen sich in unsren Krankenhäusern behandeln, die auf Kosten der Steuerzahler errichtet wurden. Skandal! Wer stoppt den Staatsmissbrauch? Blocher, übernehmen sie!
Sehnsucht Protest
Gegenwärtig protestieren Mönche mitsamt einer hoffnungsvollen Jugend gegen ein Regime eines, abgesehen von Naturschätzen, allemal unbedeutenden Landes im Nirgendwo Asiens – Anlass also, dass die westlichen Moralisten unfehlbare und universelle Moral heucheln; lautstark mit den Protestierenden, weil genauso Beherrschten sympathisieren.
Diese Protestierenden repräsentieren geradezu die fehlende Vitalität westlicher Nationen; sie kämpfen, sie stürmen und drängen vielmehr als hierzulande, weil der Wohlstand jeglichen Willen zum Kampf lähmt – sozusagen, sie vertrösten den Träumer des Westens, unsere Jugend und alle die, die Demokratie als Heiland für Friede und Ordnung verehren.
Gegenbegriff der Komplexität
Ob Komplexität mithilfe eines Antonyms, also eines Gegenbegriffs vereinfacht werden kann, weiss ich nicht, weil: ich kenne keinerlei Begriffe, die dem der Komplexität entgegen, was einfach sei. Ob Kausalität, Vereinfachung oder ob Determinieren den Gegenbegriff der Komplexität deutlich erklären, will mir sich nicht erschliessen. Sinnigerweise denn erachte ich, dass Komplexität, allein wegen des Wortes selbst, keinen Gegenbegriff vonnöten hat, schliesslich weil Komplexität an sich bereits komplex ist und diese sodurch nicht, und zwar grundsätzlich nicht reduziert werden kann. Gilt möglicherweise gar einzig Dekonstruieren als Gegenbegriff der Komplexität?
Der Held opfert sich
Der Held wird als solcher erst kultisch verehrt, nachdem er sich einer unbestimmten Gemeinschaft opferte. Derzeit vergöttern wir die sogenannten Stars, vermeintliche Helden, deren Opferbereitschaft mir sich nicht zeigt, oder heisst deren Opfer gar einzig, hypermedial sich blosszustellen für eine gierige Öffentlichkeit?
Sonderausgabe der Schweizerzeit
Woher die SVP Geld einkassiert, ist mir gleichgültig, weil Parteien sooderso bezahlte sind, letztlich ausnahmslos dem Kapital gehorchen. Nun aber zermüllt die SVP erneut, und wiederum sehr ekelerregend, meinen Briefkasten, diesmal flatterte flugs eine Sonderausgabe der Schweizerzeit ins Haus.
Selbst der Titel «Die Schweiz – unsere Zukunft» graust mir, die Schweiz sei Zukunft, generalisierte Zukunft aller? Keinesfalls, die Schweiz hat keine Zukunft, die Schweiz, will sie «eigenständig» und «unabhängig» bleiben, übrigens genauso wie Nordkorea, wird sie zum Statisten der Weltbühne, der Weltgeschichte und des Weltgerichts abgekanzelt. Aber dass mithilfe nationalistischer Nabelschau heutzutage durchaus einige Fellachen zu berauschen ist, verblüfft mich kaum.
Bereits auf der zweiten Seite sinniert Ueli Maurer über wahre «Heimatliebe», die selbstverständlich nur der SVP gebührt, Heimatliebe quasi monopolisiert, und sodurch allen anderen verweigert. Meinetwegen, «Heimatliebe», fetischisiert als Folklore, kann überdauern, solange Fellachen unsere «Demokratie» regieren, respektive muss sogar, denn Fellachen gebrauchen Sinn, den eben «Heimatliebe» beherzigt.
Und so weiter, jeder Kandidat wettert und schnaubt, zumeist gegen die «Linken und Netten», derentwegen sind wohl die «Linken und Netten» erst da, höre ich mich stöhnen. Nun, ich will mich nicht weiter quälen, analysiert, kommentiert und kritisiert selber.
Zurück zur Geschichte
Im selben Moment, als der Westen triumphal das Ende aller Geschichte verkündet, melden Schwellenländer sich «in der Geschichte» zurück, insbesondere China und Indien wollen den Modernisierungsprozess, der eigentlich westliche Geschichte war, nachholen, und zwar rapid und äusserst beschleunigt.
Gefahr Selbstständigkeit
Gewiss sind Fellachen verzaubert ob dem Loblied auf die Selbständigkeit. Dass nachgerade diese Selbständigkeit das Beschäftigungsverhältnis insgesamt «brasilianisiert», und dass Verantwortungen und Risiken anstatt punktuell zu sammeln nunmehr konzentriert aufs Individuum abgewälzt werden, sind die Folgen dessen, worauf schliesslich eine Gesellschaft balanciert, in der jedermann nicht Künstler sondern Unternehmer ist, und folglich mit und gegen den Wettbewerb kämpft.
«Der kulturelle Charakter der Gebrauchsgegenstände»
Robert Misik, den gelegentlich ich gern lese, dekonstruiert den Konsumismus:
«Der Konsument im Konsumkapitalismus fragt deswegen auch gerade den kulturellen Charakter der Gebrauchsgegenstände nach. Es wäre auch vorschnell, zu sagen, dass er Produkte ob ihrer Warenästhetik erwirbt, weil diese zu seinem persönlichen Lebensstil passen – das ‹Selbst› ist schliesslich nicht vor den Produkten da, sondern wird mit deren Hilfe erst modelliert.»
Vorausgesetzt, der Mensch wäre leer, ein unbeschriebenes Blatt, und erst entsprechende Güter, die mit kulturellem Charakter aufgeladen sind, formatieren dessen Bewusstsein, so beurkunde diese Betrachtung nicht die Erbärmlichkeit der menschlichen Existenz, der ohne konfektionierte Produkte nicht anderweitig sich zu identifizieren wüsste?
Ich stelle rhetorische Fragen, die man nicht beantworten muss zweifelsohne, durchaus ist mir bewusst, dass das gegenwärtige Identitätskonzept mitnichten ersetzt werden kann, denn, seien wir einmal ehrlich, es die einfachste Möglichkeit ist, dem Menschen etwas Ähnliches wie sozusagen Sinn vorzugaukeln, Sinn in einer sinnloser Welt ist wahres Gut, das die Kulturindustrie offenkundig liefert.