Bevor ich’s vergesse: ich bin in Dresden. Eine untröstliche Stadt. Immerhin: ich muss nichts bügeln, nichts waschen; ich kann mich bedienen lassen. Falls jemand einen Ort kennt, wo man ausgehen könnte, so soll er’s mir berichten.
Ich bin dann mal weg
Huch, ich lebe ja noch
Natürlich, ich habe mich nicht verabschiedet. So werde ich allein dies nachholen. Ich verreise demnächst ins Ausland. Nicht lange, ungefähr zwei Wochen. Alsdann weile ich in Dresden. Werde dort aber ausgerüstet sein: mit Internet freilich. Also kann ich auch jedermanns Begehren beantworten. Unterdessen «schlafwandle» ich. Bin eigentlich stumm. Man sieht mich zwar, aber ich bin tatsächlich längst, wie soll ich sagen, ausgehöhlt.
Die hiesigen Konservativen
Mit den hiesigen Konservativen bin ich kaum befreundet. Vielmehr verfeindet, würde man meinen. Es ist auch so, dass mich die hiesigen Konservativen ekeln. Also bin ich nicht unschuldig. Wohl ist die Abneigung gegenseitig; immerhin. Vermutlich bin aber ich nicht im schweizerischen Sinne «konservativ». Kann man denn gleichzeitig den NATO-Beitritt befürworten, den Klimawandel leugnen, den Staat entmachten und die Arbeitsdiktatur vervollkommnen, und dabei stets beteuern, man sei irgendwie und irgendwo «konservativ»? Wohl kaum.
Marktanteile fürs Fernsehen
Üblicherweise fordert man, dass das Staatsfernsehen kontinuierlich Marktanteile zurückerobern zulasten der Privaten müsse. Wieso auch der Fernsehkonsum immer mehr, also immer totaler sein soll, ist mir aber nicht klar. Dabei meine ich mich zwangsläufig an Brot und Spiele erinnert. Jene Ideologie, die verkauft, sie sei keine, letztlich aber die einzige und einzig wahrhaft totale ist. Es ist untröstlich, dass man jammert, der Marktanteil des Fernsehen schrumpfe.
Gegensatz Stadt/Land
Die konservative Idee findet auch hierzulande eine Mehrheit. Hiervon ausgenommen sind lediglich die Grossstädte, wo ein grün-roter Pöbel «regiert». Doch aufm Land ist man bieder und konservativ; meidet die grosse Stadt und deren Sünden. Stattdessen arbeitet man täglich, schiesst wöchentlich und lauscht des Sonntags den Worten eines Gesalbten. Es sind dies Tugenden, die in der Grossstadt nirgends kultiviert werden. Sei es auch, weil die Grossstadt einen anderen Typ Mensch-Maschine erfordert als aufm Land. – Der Gegensatz Stadt/Land prägt auch den US-Wahlkampf, mehr noch als den unsrigen. Hier die «Liberalen» der Grossstadt, urban, grün und vegetarisch essend, dort die Konservativen des Stammlandes, bieder, realistisch und Fleisch essend.
Klimaschutz
Klimaschutz? Ich verstehe das Problem nicht. Wieso muss man denn das Klima schützen? Keine Ahnung, wessen Idee das war. Ich fühle mich aber länger je mehr «verfolgt» vorm Vorwurf, man müsse das Klima schützen. Irrsinnig. Ich kann nicht verstehen wieso.
Unterhaltungen über den US-Wahlkampf
Ich war verblüfft, als ich lesen durfte, Sarah Palin, eine bislang kaum bekannte Exekutiv-Politikerin Alaskas, sei nominiert worden als Vizepräsidentin. Verblüfft deswegen, weil vor allem McCain mich überraschte: mit einer reizend-konservativen Dame, die eine zweite Religiosität predigt, als Ehrenmitglied in der Waffenlobby amtet und zudem das «Leben» befürwortet. Geschickt! Weil ganz dem Bibelgürtel entsprechend.
Doch ich bin auch enttäuscht worden: die Skandale überholten sie rasch; zunächst war bloss eine vorgetäuschte Schwangerschaft ihrerseits angedeutet worden, jetzt ist bereits die minderjährige Tochter schwanger; diese müsste nun, gewissenhaft Mutters Willen vollstreckend, sich vermählen mit einem drittklassigen Sportler, so zumindest die sogenannten «Nachrichten», denen man gemeinhin misstraut.
Wie ist also diese Frau zu beurteilen? Gar nicht! Es sind spassige Randnotizen, Basis Unterhaltungen etlicher Sehanlässen. Dort ist solches Wissen gefragt, dort ist der Wahlkampf tatsächlich relevant; und dort gipfelt er auch. Politik ist, wie ich mich ungern wiederhole, eine Ästhetik, eine Frage des schlechten Geschmacks; es ist Spektakel endlich, Unterhaltung total. Daher: der amerikanische Wahlkampf ist beispiellos, beispiellos wegweisend.