Dem vorauseilenden zivilen Gehorsam dienend, von dem ich bereits heute Mittag wennauch nur wage und scheu andeutend sprach, verurteile ich nun die Störaktionen der Jungen, die den von der Welt gelobten Anlass WEF am Liebsten absetzen möchten.
Alle Jahre wieder ärgere ich mich ab dem Groll des Mobs, der das WEF im Sinn und Nutzen verkennt. Weil ich aber die Freude und identitätsstiftende Genugtuung nachvollziehen kann, gebunkert in einem Salon, meinetwegen auch einkommensstarken Elfenbeinturm, die bösen Grossunternehmungen zu kritisieren, hielt ich bislang immer meine Häme und meinen Spott zurück. Aber dieses Jahr, gleichwohl ich mich so noch unbeliebter in den alternativ-konformistischen Zirkeln mache, möchte ich meine Missgunst nicht mehr unterdrücken.
Das WEF ist nämlich einzigartig. Wo sonst finden die Mächtigen und Vermögenden der Welt zusammen, um das menschliche Leiden mutmasslich wegzudiskutieren? Wissentlich gilt es in manchen Kreisen als «hip», per definitionem das WEF und seine Schausteller zu verachten. Aber man übersieht derbei gerne, dass das WEF uns nicht nur Schlechtes und Böses beschert, wie wir manchmal uns glaubhaft zu versichern suchen, damit das ideelle und imaginäre Feindbild uns auch zu einem ebenso phantastischen Kampf aufreisst. — Mehr dazu wird folgen.
die kleinen pseudo-hippies und kinder von wohlstands-linken müssen auch was haben, wo sie sich austoben und sich vor gleichaltrigen profilieren können. viele gehen dort mit (inkl. minderbemittelte aus meinem bekanntenkreis), skandieren dieselben parolen, aber wissen gar nicht, was denn das WEF genau ist. schade eigentlich.
[...] Alle Jahre wieder: WEF [...]