Undisziplinierte Soldaten

Als die lässig kauenden und gekleideten Amerikaner in Deutschland einmarschierten, war die dortigen Frauen wohlfeil entzückt, die strammen Soldaten preussischer Tradition hingegen schockiert und grübelten daraufhin, wie eine derart undisziplinierte Mannschaft überhaupt einen Krieg gewinnen konnte. «Dekadenz!» will man schreien, selbst die militärische Sitte und Disziplin zerfällt im Gewirr postmoderner Beliebigkeit. So liest sich auch eine Beobachtung gegenwärtig im Irak stationierter Soldaten:

«Im Zelt stinkt es nach Fürzen, Schweiss und eklig süss nach pilzbefallenen Füssen. Alle laufen in Unterhosen herum und kratzen sich an den Eiern. Überhaupt ist öffentliches Kratzen an den Eiern ganz normal bei den Kampftruppen der Marines, sogar in den Meetings hochrangiger Offiziere. Die Geste ist so übertrieben männlich wie der grösste Teil der Umgangssprache unter den Marines auch. Offiziere und Rekruten gefallen sich in Obszönitäten, verwenden immerzu Ausdrücke wie ‹schwul›, ‹Tunte› und ‹Motherfucker›. Die Soldaten streiten sich, erzählen sich schmutzige Geschichten, werfen sich rassistische Beschimpfungen an den Kopf, lesen Pornozeitschriften und masturbieren.»

Kommentare

Schreibe einen Kommentar