«Licht aus!» als Dekadenzerscheinung

Die momentan lautende Verordnung, man möge termingerecht irgendwann des Abends das Licht für einige Minuten abschalten, ist eine pure Dekadenzerscheinung. Von einschlägigen Unterhaltungstrusts initiiert, die allesamt das Spektakel der Angst und der Zerstreuung züchten und so in einen unübersehbaren Zusammenhang vernebelt sind, erklärt diese Aktion bloss die Absicht, das eigene Image zu bessern und obendrein etwas Gutes zu tun, das nur gut wirken muss. Denn wer den Strommarkt kennt, weiss, wie labil und zerbrechlich dieser ist, folglich kann nur soviel konsumiert wie produziert werden; sobald also vereinzelte plötzlich den Strom kappen, könnte dadurch das gesamte Netz zusammenbrechen. Dass die Verantwortlichen stets beteuern, dergestalt Aktionen das Stromnetz keinesfalls gefährdeten, übersetze ich als Eingeständnis, dass ohnehin nicht genügend Menschen teilnehmen werden.

Kommentare

Ein Kommentar zu ««Licht aus!» als Dekadenzerscheinung»

  1. Populismus - Auf Stimmenfang mit 5 Minuten Stromunterbruch | DER MISANTHROP am 4. Januar 2008

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